Telefonnummer

+49 221 485 687 0

Suche

Sprache wählen

deDeutsch
Headergrafik

Einkauf in der E-Mobility

Neue Bedarfe, neue Lieferanten, andere Spielregeln

Die Position am vertrauten Markt für Verbrennungsmotoren zu verteidigen und sich in der E-Mobility rechtzeitig zu positionieren ist für Hersteller und Zulieferer kein einfacher Balanceakt. Die starke Verhandlungsposition innovativer Zulieferer gegenüber den OEMs ist nur eine von vielen Veränderungen, auf die sich Einkäufer einstellen müssen.

„In den nächsten fünf Jahren wird sich in der Automobilindustrie mehr ändern als in den letzten 50 zusammen“, resümiert VW-Personalvorstand Karlheinz Blessing die Situation seiner Branche. Teil dieser Herausforderung ist auch die Veränderung der Zuliefer­kette: Im reifen Markt für Verbrennungsmotoren und den zugehörigen Komponenten gilt es, wettbewerbsfähig zu bleiben. Gleichzeitig müssen im Markt der E-Mobility innovative und neue Bedarfe gedeckt werden. Auf dem bisherigen Zuliefermarkt können sich die Einkäufer der OEMs und Zulieferer dank etablierter Supply Chains und eines hohen Reifegrads der Produkte, auf gute Qualität zum bestmög­lichen Preis fokussieren. Die E-Mobility führt jedoch auf neue und bisweilen enge Be­schaffungsmärkte. Sei es aufgrund knapper Rohstoffe oder neuer Techno­logien, die noch nicht in Serienreife ge­fertigt werden. „Spürnasen-Qualität“ ist gefragt: Was brauchen und wollen Kun­den im elektrischen Fahrzeug wirklich? Und wer kann es produzieren? Hier benötigen Einkäufer neue Kompetenzen auf strategi­scher und operativer Ebene.

Die sprunghafte Veränderung der Automobilindustrie führt zu einer deutlichen Ver­schiebung der Nachfrage. Neben Antriebsstrang und Elektromotor, gibt es zahlreiche weitere Elemente, die sich ver­ändern oder gar nicht mehr benötigt wer­den – mit deutlichen Konsequenzen für das Beschaffungsportfolio. Diesen Herausfor­derungen sollte der Einkauf mit einer noch engeren Kooperation zwischen den Fachabteilungen begegnen. Nur wenn F&E, Einkauf, Produktion und Vertrieb die Zusammenarbeit mit den noch teils deutlich kleineren Zulieferern gemeinsam entwickeln, verschaffen sie sich einen Wettbewerbsvorteil. Im Zuge dessen wird sich der Umgang von Autoherstellern mit ihren Lieferanten grundlegend verändern.

Wie die aktuelle Studie „The Electric Car Tipping Point“ der Boston Consulting Group zeigt, soll der weltweite Marktanteil elektrischer Fahrzeuge bis 2026 auf 36 Prozent und bis 2030 dann auf über 50 Prozent steigen. Dabei ist das E-Mobility-Wachstum in den nächsten fünf Jahren stark von politischem Druck angetrieben. Das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts zu Diesel-Fahrverboten in Städten ist da­bei ein zusätzlicher Beschleuniger umwelt­schonender Mobilität.

Durch die steigende Nachfrage verfügen Anbieter von Schlüsselkomponenten über eine steigende Anbietermacht. Diese sichert eine gute Verhandlungsposition – selbst gegenüber den großen OEM und Tier 1 Zulieferern. Denn in der aktuellen Phase des Wachstums werden die zu­künftigen Absatzmärkte aufgeteilt. Wer hier Marktanteile vergibt, muss sich diese zu einem späteren Zeitpunkt teuer zurückerobern.

Neupositionierung in der Wertschöpfungskette

Begünstigt durch ein breiter werdendes Systemverständnis einerseits und ge­ringen Margen im Komponentengeschäft andererseits, ergreifen Lieferanten verstärkt selbst die Initiative und streben durch In­tegration eine Neupositionierung innerhalb der Wertschöpfungskette an. Als System­lieferant können Abhängigkeiten und Mar­gendruck reduziert werden, so das Kalkül. Die etablierten Spieler treffen im­mer wieder auch auf neue Wettbewerber in der Elektromobilität. Diese generierten ihren Umsatz bisher eher fern der Auto­mobilindustrie, beispielsweise in der IT oder Konsumgüterindustrie. Besonders gefragt sind innovative Technologien zu akzeptablen Kosten, die in stark skalier­baren Stückzahlen zur Verfügung stehen.

Newcomer wie Tesla, Byton oder Aumann halten zwar zahlreiche Technologiepaten­te, sind aber noch weit von einer preisgünstigen Produktion mit großen Volumina entfernt. Zudem sind immer noch viele Schwachstellen der neuen Technologien auszubessern. So sind Akkus immer noch sehr kälteempfindlich, während Heizungen nicht effi­zient sind. Beides wirkt sich massiv auf die Reichweite von Elektroautos aus.

Handlungsempfehlungen für den Einkauf

Strategisch muss sich der Einkauf vom Preisdrücker zum Innovator wandeln – das gilt nicht nur für OEMs, sondern auch für die Zulieferindustrie. Dabei gibt es zwei grundsätzliche Fragen: Wie verankere ich das Thema Innovation in meiner Organisation? Und wie binde ich den Einkauf effektiv in den Produktentste­hungsprozess ein? Der Einkauf muss die Suche nach neuen und innovativen Partnern aktiv vorantreiben – innerhalb und außerhalb der Automobilbranche.

Die bis­herigen Beschaffungsstrategien sollten hinterfragt werden. Denn während am Automarkt mit Verbrennungsmotor eine stark preisge­triebene Single- oder Dual-Sourcing-Stra­tegie die richtige Wahl war, stehen in der E-Mobility Innovation und Versorgungssicherheit im Fokus.

 

Lesen Sie den vollständigen Artikel und erhalten Sie:

  • Weitere Handlungsempfehlungen für den Einkauf
  • Eine Übersicht zu den veränderten Komponenten in der E-Mobility
  • Eine Prognose zur Verteilung des weltweiten Automobilmarktes bis 2030

 

Hier können Sie unser digitales Magazin mit dem vollständigen Artikel kostenlos erhalten.

Weitere Themen im Magazin:

  • Digitalen Wandel gestalten
    Die schöne neue Einkaufswelt
  • Healthcare Gesetzesnovelle
    Wie Krankenhäuser dem Sachkostendruck standhalten
  • Risikomanagement Studie
    Nachholbedarf im strategischen Risikomanagement

 

Bitte füllen Sie zum Erhalt unseres Magazins das Formular aus:


  • Köln
  • Kopenhagen
  • London
  • München
  • Shanghai
  • Wien

We deliver results.