Lieferkettengesetz (LkSG) Whitepaper

Wie Sie das Lieferkettengesetz (LkSG) erfolgreich umsetzen und für sich nutzen

Es ist beschlossene Sache. Am 1. Januar 2023 tritt das neue Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) in Kraft. Das Gesetz fordert von deutschen Unternehmen die Umsetzung weitreichender Maßnahmen zum Schutz von Menschenrechten und Umweltstandards entlang globaler Wertschöpfungs- bzw. Lieferketten. Unklar ist allerdings, wie genau Firmen das angehen sollen. Lieferketten sind weit verzweigt, und bislang haben nur wenige Unternehmen genaue Informationen, wo ihre direkten Lieferanten einkaufen. Doch langfristig sollen Unternehmen auch auf nachgelagerte Lieferanten einwirken.

Mit der Herausforderung sind Unternehmen mit Sitz in Deutschland jedoch nicht alleine. Auch andere Länder – etwa Frankreich, die Niederlande oder das Vereinigte Königreich – setzen sich Klimaneutralität zum Ziel und wollen den westlichen Wohlstand nicht mehr auf Kosten der Menschen in der Lieferkette erreichen. Die EU plant ebenfalls ein Gesetz, das nach vorliegendem Entwurf schärfer ausfallen soll als das deutsche Regelwerk.

Die einen sind besorgt, aufgrund des LkSG womöglich im deutschen Bürokratiedschungel unterzugehen, hohe Strafen zahlen zu müssen oder gar klare Wettbewerbsnachteile gegenüber Konkurrenten aus dem Ausland zu haben. Die anderen sehen das Gesetz als Chance, um sich Wettbewerbsvorteile zu verschaffen, da Kund:innen sowie Mitarbeiter:innen auf Kriterien wie Nachhaltigkeit und Menschenrechte Wert legen.

Für die Ausrichtung des Einkaufs bedeutet das Gesetz in jedem Fall: Neben der Sicherung der Resilienz und Optimierung der Wertschöpfung rücken die unternehmerische und soziale Verantwortung in den Vordergrund. Unser Whitepaper gibt Ihnen einen Überblick über das Lieferkettengesetz und zeigt, wie und wo Sie am besten ansetzen, um die Vorgaben des Gesetzes erfolgsbringend für sich zu nutzen.  

PROCUREMENT: LET’S GET REAL!

Unsere Expertin Verena zum Thema Lieferkettengesetz

The Supply Chain Act is often perceived as additional bureaucracy and a burden, but if you take a closer look, it is actually an opportunity to optimize your own business operations in terms of sustainability, resilience and digital transformation. Procurement plays the most important role here as a value driver and interface manager at the same time. Many successful companies, for example Patagonia and Tchibo, are already demonstrating that sustainability and profitability are  not mutually exclusive.

A three step approach has proven  to be the best way to get started. First, determine to what extent your own company already complies with the law. Second, a risk classification of the suppliers. And finally, third, the realignment of supplier management based on the sustainability criteria. The time needed is very dependent on complexity drivers.

For example:

  • How many suppliers do I have?
  • International setup of the company.
  • And finally, how many parties are
  • involved in the entire value chain?

 

We have seen three  major challenges so far. First, responsibilities for implementation are unclear. Second, no transparency on supplier basis to conduct risk analysis. And third, last but not least, how to deal with detected risk.  Often responsibilities for the implementation are not clear. Our recommendation is: Form an interdisciplinary team with a dedicated project leader. The implementation of  the Supply Chain Act is a company wide task which involves procurement, corporate communications and the legal department and ultimately impacts the entire organization.

Project and change management capabilities should not be underestimated. There is a need for dedicated project resources. Many of our clients do not have full transparency about their supplier base, which is absolutely necessary to do a risk analysis.

How to overcome?

Use Digital Intelligence to support! Smart spend cube tools help to gain transparency and extract relevant supplier data from ERP systems. Some tools already use AI to propose a categorization and industry allocation of suppliers. Transparency is the key to narrow down your spend to high risk categories and suppliers. And for more in-depth analysis, suppliers of risk softwares such as Ecovadis or Prewave give insights. When we start projects with our clients, naturally, there is the wish that the outcome of the project is: Our suppliers already comply with the law. However, in reality, the analysis usually detects the one or another risk supplier. No need to panic.

Talk to your suppliers first. Part of adequate risk management is that countermeasures are to be prioritized. Is the violation so serious that the cooperation should be terminated immediately? We recommend to clarify where your suppliers perceive risk and compare this with your own findings.

Expand existing audits or change specifications and agree on countermeasures. And usually you are not alone with the problem. Teaming up with other affected customers and the moderation of supplier forums is a good way to exchange best practices.

Das Lieferkettengesetz im Überblick:

Was ist das Lieferkettengesetz?

Unternehmen werden gemäß der UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte verpflichtet zu ermitteln, inwieweit ihre Geschäftstätigkeit zu Menschenrechtsverletzungen und Umweltverschmutzung führen kann. Mit Einführung des Gesetzes werden die UN-Leitprinzipien gesetzlich verankert.

Welchen Umfang hat das neue Lieferkettengesetz?

Die Sorgfaltspflichten der Unternehmen erstrecken sich auf die gesamte Lieferkette – vom Rohstoff bis zum fertigen Verkaufsprodukt. Die Anforderungen sind nach der Unternehmensgröße abgestuft.

Welches Ziel verfolgt das Lieferkettengesetz?

  1. Schutz der Menschenrechte entlang der weltweiten Lieferketten verbessern: Z.B. Kinder- und Zwangsarbeit, Sklaverei sowie gesundheitsschädliche und unsichere Arbeitsbedingungen verhindern.
  2. Umweltschäden durch Geschäftstätigkeit vermeiden bzw. Unternehmen für entstehende Schäden haftbar machen

Welche Haftung und Strafen gehen damit einher?

  • Verstöße gegen die Sorgfaltspflicht können mit Bußgeldern bei einfacher Fahrlässigkeit und mit Sanktionen bei Vorsatz bestraft werden
  • Unternehmen mit einem Umsatz von > € 400 Mio. drohen Geldbußen in Höhe von 2% des Konzernumsatzes. Zudem können sie bis zu 3 Jahre von öffentlichen Ausschreibungen ausgeschlossen werden
  • Die Einhaltung des Gesetzes überprüft das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle

Drei Schritte zur LkSG-Konformität

  1. Vom Performance Check über Transparenz zur Konzeption

    Zu Beginn sollte entlang von sechs Dimensionen abgesteckt werden, inwieweit das eigene Unternehmen bereits Gesetzeskonform agiert. Die Dimensionen und die dazugehörigen Leitfragen finden Sie in unserem Whitepaper.

  2. Optimierung des Risikomanagementprozesses & -reportings

    Unternehmen sollten das Lieferkettengesetz zum Anlass nehmen, ihr Risikomanagement ganzheitlich mit ESG-Kriterien zu erweitern und zu professionalisieren.

  3. Neuausrichtung des Lieferantenmanagements

    Entscheidend ist, die neuen Maßnahmen zur Einhaltung des LkSG einerseits über Schulungen im Unternehmen, andererseits aber auch kontinuierlich im Lieferantenmanagement zu verankern.


Laden Sie das Whitepaper zum Thema Lieferkettengesetz kostenlos herunter:


 

Sprechen Sie unsere Expert:innen an

Laura Steinhoff

Senior Project Manager

laura.steinhoff@inverto.com Kontakt

Verena Deller

Principal

verena.deller@inverto.com Kontakt