Vorsorge treffen, Energiemanagement ausbauen!

Antworten auf die Energiekrise

Wie Unternehmen eine effektive Energieversorgung realisieren, ist aktuell eine der meistdiskutierten Fragen in allen Branchen. Viele Unternehmen sind mit steigenden Preisen und der drohenden Verknappung von Gas konfrontiert, doch bislang haben nur wenige eine ideale Antwort zur Bewältigung der Herausforderung gefunden. Welche Hebel hat der Einkauf, um die Effekte von Preissteigerungen und Risiken aufgrund von Versorgungsengpässen zu mildern?

 

Energie und Erdgas sind Bestandteil jeder Lieferkette. Aufgrund der hohen Energiesicherheit in der Vergangenheit optimierten Unternehmen ihre Energieversorgung zuletzt vorrangig unter Nachhaltigkeitsaspekten. Angesichts der russischen Invasion ist jedoch das Risikomanagement zu einem kritischen Thema entlang verschiedener Stufen der Lieferkette geworden. Risikopositionen, Einkaufs- und Investitionsstrategien sowie mögliche Szenarien zur Energieverfügbarkeit für Unternehmen müssen entlang der Lieferkette neu bewertet werden.

Wirkungsvolle Maßnahmen und Lösungen für eine nachhaltige Energie- und Liefersicherheit erfordern einen funktionsübergreifenden Ansatz. Das Verständnis von Energiemärkten, bewährte Vorgehensweisen des Supply Risk Management, Nachhaltigkeitsziele sowie spezifisches Einkaufswissen zu Verträgen und Bedarfen müssen in ein Team eingebracht und optimiert werden.

INVERTO bietet über die Practice Area Energy sowie die Centers of Excellence für Risikomanagement, Nachhaltigkeit und indirekten Einkauf die gebündelte Expertise und Erfahrung, um kundenspezifische Lösungen zu entwickeln.

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Energiemanagement in Ihrem Unternehmen

Ausgangspunkt für ein professionelles Energiemanagement ist – wie in jeder Kategorie – die Transparenz über den aktuellen und zukünftigen Bedarf. Je nach Komplexität der Ausgangssituation bringen Informationen und Lastprofile von Energieversorgern oder der Einsatz von intelligenten Zählern (Smart Meters) an dezentralen Verbrauchsstellen die erforderliche Transparenz. Die Auswahl der richtigen Hebel hängt nicht zuletzt von der firmenspezifischen Infrastruktur, dem benötigten Energiemix sowie regulatorischen Rahmenbedingungen ab, die in der aktuellen Situation zudem stark variieren.

Welche Hebel die richtigen sind, hängt vom unternehmensspezifischen Bedarf und den individuellen Anforderungen wie zum Beispiel Gewichtung von ESG-Kriterien und Versorgungssicherheit ab.

 

Energieeinkauf und Vertragsmanagement

Energie ist zwar eine hochgradig standardisierte und nationale Kategorie, aber durch klassische Maßnahmen wie Vertragsmanagement, Wettbewerb und Bündelung sind auch hier Einsparungen möglich. Nutzen Sie in der gegenwärtigen Situation jede Möglichkeit, um zu einer Entspannung beizutragen!

 

Icon - Fixe und flexible Tarife

Fixe und flexible Tarife

Feste Verträge sind riskant, auch wenn viele Unternehmen deren Planbarkeit schätzen. Im Wesentlichen ist es die Fixierung eines tagesaktuellen Preises mit allen Chancen und Risiken einer vor- oder nachteiligen Entwicklung auf dem Spotmarkt. Bei einem flexiblen Vertrag beobachten erfahrene Makler den Markt und treffen Entscheidungen auf der Grundlage der Marktentwicklung. Angesichts der aktuellen Volatilität schützen Fixpreise zwar vor weiteren Preissteigerungen, allerdings sind Energielieferanten immer weniger bereit, darauf einzugehen oder bekommen seitens des Staates die Möglichkeit, vorzeitig aus zu niedrigen festen Tarifen auszusteigen.

Icon - Power Purchase Agreement (PPAs)

Power Purchase Agreement (PPAs)

PPAs sind Vereinbarungen mit Energieerzeugern und Intermediären, die einen sehr langfristigen Energiebezug anbieten. Quellen sind dabei sowohl fossile als auch die nachhaltige Energieerzeugung. Das Modell bietet einen langfristigen Zugang zu Energie aus einer definierten Produktionsstätte. Attraktiv ist es insbesondere im Zusammenhang mit erneuerbaren Energien, zumal sämtliche Kosten bereits eingepreist sind. Bezieher reduzieren nachweisbar ihren CO2-Fußabdruck, können Nachhaltigkeitsziele erreichen sowie das Unternehmensimage und die Markenbildung optimieren. Anbieter wiederum haben Abnahmegarantien, die langfristige Investitionen erleichtern.

Strategie und Risikomanagement

Der Energiemarkt ist derzeit sehr volatil und reagiert auf makroökonomische Ereignisse und politische Umstände. Leider ist zurzeit nicht absehbar, wann sich diese Situation ändert. Selbst wenn die russische Invasion morgen beendet wäre – die Abkehr von russischem Gas ist es nicht. Dies bedeutet, dass eine gut durchdachte Strategie für den Energieeinkauf noch nie so wichtig war wie heute.

Die Unternehmen sollten die Energiekrise jedoch zum Anlass nehmen, ihren Verbrauch zu überdenken und zu reduzieren. Viele Unternehmen haben sich verpflichtet zu dekarbonisieren. Vielleicht kann die Krise die Transformation in eine Net-Zero-Zukunft beschleunigen.

 

Icon - Selbsterzeugnis

Selbsterzeugnis

Da sich die Energiepreise drastisch erhöht haben, sollten Unternehmen Investitionen zum Beispiel in Solarpaneele oder in andere Möglichkeiten zur eigenen Energieerzeugung in Betracht ziehen.

Im derzeitigen Marktklima ergibt sich ein weitaus besseres Verhältnis zwischen Kapitalrendite und Investitionen als noch vor einem Jahr. Eine eigene Produktion dient darüber hinaus der Energiesicherheit.

Icon - Verkauf an das Stromnetz

Verkauf an das Stromnetz

Manche Unternehmen sind in der Lage, mehr Energie zu erzeugen, als sie selbst benötigen und können überschüssige Energie an das Stromnetz verkaufen.

Dies eliminiert nicht nur das Risiko der Versorgungsunsicherheit und macht unabhängig von den Energiepreisen, sondern schafft auch eine Einnahmemöglichkeit.

Energiemanagement

Es war schon immer sinnvoll und kostengünstiger, den Energieverbrauch zu senken. Die Nutzung erneuerbarer Energiequellen bietet darüber hinaus in der gegenwärtigen Situation Vorteile. Daher sollten Unternehmen zwei strategische Schritte unbedingt in Angriff nehmen:

Länderspezifische Regelungen führen dazu, dass Energiekosten von Land zu Land sehr unterschiedlich sind. In vielen Ländern machen staatliche Abgaben rund 50 % der Kosten oder sogar mehr aus. Darüber hinaus gehen wir davon aus, dass die staatlichen Abgaben und die CO2-Bepreisung in den kommenden Jahren weiter steigen, um den Druck zum Energiesparen zu erhöhen.

Zu den Maßnahmen für eine unternehmensweites Energiemanagement gehören:

  • Ausschalten der Beleuchtung, Einschränkung der Heizung im Winter und der Klimaanlage im Sommer
  • Schulung der Nutzer:innen und Kennzeichnung der Geräte mit Energiesparhinweisen, damit diese zur täglichen Routine werden
  • Spannungsreduzierung, d. h. Einsatz einer Vorrichtung, die die Spannung aller elektrischen Geräte ausgleicht, um die Versorgung zu optimieren
  • Integration intelligenter Geräte und Automatisierung, z. B. automatisches Herunterfahren der Heizung oder der Klimaanlage, wenn niemand im Büro ist

Einige der Maßnahmen erfordern zwar Investitionen, aber manche können im Rahmen des täglichen Betriebs ergriffen werden, um den Energieverbrauch zu senken.

Icon - Energierisiken entlang der Lieferkette managen

Energierisiken entlang der Lieferkette managen

Die Unternehmen kennen in der Regel nicht den Energiebedarf und den Energiemix ihrer Lieferanten. Transparenz ist aktuell jedoch von entscheidender Bedeutung.

Tragen Sie diese Informationen zusammen, um potenzielle Risiken für Produktionsausfälle oder Gefahren für die finanzielle Stabilität zu ermitteln, denn diese Risiken können mittelfristig Ihre eigene Produktion gefährden. Möglicherweise können besonders energieintensive Produktionen nicht mehr kostendeckend arbeiten. Interessanterweise sind die Fragen nach der Energiesicherheit sehr stark mit den Schlüsselfragen einer Nachhaltigkeitsstrategie verknüpft, die Transparenz über die CO2-Emissionen entlang der Lieferkette schaffen muss.

Als kurz- und mittelfristige Lösung sollten Unternehmen ihre Bezugsquellen für kritische Komponenten diversifizieren. Lieferanten aus Übersee sind möglicherweise weniger stark von Risiken in der Energie- oder Gasversorgung bedroht wie europäische. Beziehen Sie Tier-2-Lieferanten so weit wie möglich in die Planungen ein!

Mittel- und langfristig sind technische Änderungen sinnvoll:

  • Welche Produkte und Komponenten können so angepasst werden, dass sie die Energieintensität Ihrer Produktion verringern?
  • Können Materialien (Metall, Kunststoff usw.) reduziert oder ausgetauscht werden, um die Belastung durch energieintensive Produktionsprozesse zu minimieren?

Dieser Ansatz senkt nicht nur den Energieverbrauch und bringt Kostenvorteile, sondern hat auch direkte Auswirkungen auf die Transparenz und die anschließende Verringerung der Scope-3-CO2-Emissionen.

  • 1. Wie sieht der tatsächliche Energiemix Ihrer Lieferanten aus?
  • 2. Wie viel Gas erhält ein Anbieter aus welchen Quellen?
  • 3. In welchen Branchen und Regionen sind Ihre Lieferanten tätig?
  • 4. Welche Lieferanten erwarten Probleme (d. h. Rationierung oder Ausfall) bei der Gasversorgung?
  • 5. Welche Lieferanten geraten wegen der gestiegenen Energiekosten in ein Insolvenzrisiko?
  • 6. Welche Lieferanten können ihre Unabhängigkeit von externer Energieversorgung nachweisen?
  • 7. Welche Lieferanten nutzen erneuerbare Energien?

 

Risiken entlang der Lieferkette

Notfallpläne vorbereiten

Unternehmen und ihre wichtigen Partner in der Lieferkette müssen in der Lage sein, im Falle eines Energiemangels schnell die richtigen Maßnahmen einzuleiten. Selbst kostenintensive Maßnahmen können sinnvoll und notwendig sein, um die Produktion aufrechtzuerhalten.

  • Die Zulieferermärkte müssen aus politischer und wirtschaftlicher Sicht genau beobachtet werden, da sich die aktuelle Situation von Tag zu Tag ändern kann.
  • Entscheidend ist, eine enge Abstimmung zwischen allen relevanten Partnern der Lieferkette herzustellen
  • Bereiten Sie Gegenmaßnahmen vor für diejenigen Lieferanten oder Komponenten, die bei einer Unterbrechung der Energie- oder Gasversorgung am meisten gefährdet sind oder wo die Versorgungsunsicherheit am größten ist. Eine einfache Lösung sind zum Beispiel Aufbau oder Aufstockung von Sicherheitsbeständen.
  • Gleichzeitig sollten Unternehmen prüfen, welche wichtigen Lieferanten dem Risiko einer Insolvenz ausgesetzt sind und bei Bedarf unterstützen, etwa durch Konzentration auf ausgewählte Produktlinien oder Bereitstellung von Vormaterialien.

Über den Einkauf hinaus muss die gesamte Organisation (F&E, Finanzen, Vertrieb usw.) mobilisiert werden. Unternehmen sollten den Dialog über Energie und Gas mit ihren Lieferanten über die aktuelle Krise hinweg fortsetzen, um den Umstieg auf erneuerbare Energiequellen zu forcieren.

 

Unser Experte in der Energiebranche

Stefan Benett

Managing Director

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Xavier Clère

Principal

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Einkaufsberatung im Energiesektor

Die Energiewirtschaft befindet sich in einem nie dagewesenen Wandel. Energieunternehmen, die sich weiterentwickeln wollen, brauchen einen professionell agierenden Einkauf, um Innovations- und Kostenexzellenz zu erlangen, Versorgungssicherheit zu gewährleisten und neue Beschaffungs- und Lieferstrukturen zu etablieren.

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