Supply Chain Finance in der Prozessindustrie

Working Capital Optimierung bei einem namhaften Chemieunternehmen

Unser Kunde ist ein weltweit tätiger, deutscher Chemiekonzern. Der Konzern betreibt mehr als 20 Produktionsstätten in Europa, Amerika und Asien und vertreibt Silikone und Polymere in über 100 Ländern.

Zielsetzung: Verlängerung der Zahlungsziele

Die Zeiten auf dem Weltmarkt sind unsicher – Flexibilität ist das Gebot der Stunde. Doch um flexibel reagieren zu können ist eine hohe Liquidität unabdingbar. Mit dem Ziel, das Working Capital zu optimieren und die Zahlungsziele für unseren Kunden erheblich zu verlängern wurden wir beauftragt. Zu Beginn des Projektes lagen die Zahlungsziele unseres Kunden bei knapp über 30 Tagen DPO (Days Payable Outstanding), der Branchendurchschnitt hingegen lag bei annähernd 60 Tagen. Damit sich das Unternehmen diesem annähern konnte, haben wir zwei verschiedene Methoden initiiert.

Strukturierte Verhandlungen und Reverse Factoring

Im ersten Teil des Projektes haben wir zahlungszielspezifische Verhandlungen mit den Bestandslieferanten durchgeführt und hierüber die durchschnittlichen DPO unseres Kunden schon erheblich ausbauen können. Dass die Lieferanten, mit denen wir sprachen, ihrerseits versuchten, ihr Working Capital zu optimieren, schaffte allerdings Widersprüche. Um diese zu lösen und noch weitere Potenziale zu heben, haben wir eine für den Kunden komplett neue Vorgehensweise eingeführt – Supply Chain Finance oder genauer gesagt, Reverse Factoring. Denn diese Methode sichert nicht nur die eigene Liquidität sondern ebenso die der strategischen Lieferanten.

Beim Reverse Factoring gibt ein Unternehmen die Forderungen seines Lieferanten an einen Investor (u.a. Banken) ab, der gegen eine Gebühr, die unter der Refinanzierungsrate liegt, die Zwischenfinanzierung übernimmt. Ein Fintech stellen hierfür die Plattform, an welche Investoren, Lieferanten und Unternehmen angeschlossen sind.

Wir unterstützen den Einkauf im RFI und RFP Prozess und führten Verhandlungen mit verschiedenen Plattformanbietern durch. Im Implementierungsprozess haben wir dazu beigetragen intern die Weichen für den Roll-Out zu stellen, indem wir interne Prozesse und Verantwortlichkeiten definiert, Eskalationsstufen festgelegt und die Einkaufsorganisation gezielt zu Supply Chain Finance trainierten.

Im nächsten Schritt haben wir gemeinsam mit dem Chemiekonzern die Lieferanten identifiziert, die wir als Pilotlieferanten zum Reverse Factoring einladen wollten. Wichtig war hierbei zum einen die bisherige Geschäftsbeziehung und zum anderen die finanzielle Stabilität der Lieferanten. Durch offene Gespräche und die Vermittlung der beidseitigen Vorteile konnten wir die ersten Lieferanten erfolgreich an die ausgewählte Supply Chain Finance Plattform anbinden und hierüber Zahlungsziele für unseren Kunden die weiter ausbauen.

Erfahren Sie mehr in unserem Kundenmagazin

Ergebnisse:

  • Verlängerung der Zahlungsziele auf Industriestandard
  • Erfolgreiche Implementierung Supply Chain Finance Plattform und Reverse Factoring Methodik
  • Pilotlieferanten ans neue System angeschlossen
  • Stärkung Beziehung zu Schlüssellieferanten

 

Sprechen Sie unsere Experten an

Lars-Peter Häfele

Managing Director

contact@inverto.com Kontakt

Gökhan Yüzgülec

Principal

goekhan.yuezguelec@inverto.com Kontakt

Weitere Insights aus der Prozessindustrie

Prozessindustrie

Spare Parts Management

Experteninterview - Spare Parts Management: Ein Frühjahrsputz, der sich lohnen kann

Prozessindustrie

LZ- Branchen im Suchmodus

18.03.21 - Klassische Plastikverpackungen aus fossilen Rohstoffen sind auf dem Rückzug.

Prozessindustrie

Instandhaltung und Ersatzteile Management

Instandhaltung und Ersatzteilmanagement fordern in Unternehmen die Kompromissfähigkeit.