Telefonnummer

+49 221 485 687 0

Suche

Sprache wählen

deDeutsch
Interview mit CEO Frank H. Lutz zum Thema Working-Capital-Finanzierung

Interview mit CEO Frank H. Lutz zum Thema Working-Capital-Finanzierung

„Das Interesse an Working Capital nimmt stetig zu“

Der Einstieg in die Working-Capital-Optimierung ist für viele Unternehmen schwierig. Der Marktplatz des Finanzdienstleisters CRX Markets soll ihnen dabei helfen. Warum Working Capital gerade jetzt ein wichtiges Thema ist und welche Branchen davon profitieren können, erklärt CEO Frank H. Lutz im Interview.

Herr Lutz, welchen Service bieten sie bei CRX Markets an?

Wir sind eine Plattform, die Working-Capital-Lösungen vermittelt. Bei uns treffen sich die Firmen, die danach suchen, und die Banken, die als Finanzierer zur Verfügung stehen. Wir erhalten dabei für unsere Dienstleistung eine Kommission, die abhängig vom finanzierten Volumen ist. Für die Unternehmen ist das Angebot sehr attraktiv, sie können schneller überblicken, welcher Anbieter die besten Konditionen hat und verringern ihren administrativen Aufwand.

Dass die zusätzliche Transparenz den Unternehmen gefällt, ist nachvollziehbar. Aber die Banken waren doch wahrscheinlich erst einmal kritisch, oder?

Natürlich, am Anfang gab es da eine gewisse Skepsis. Uns hat es geholfen, dass wir schnell einige große Referenzkunden gewinnen konnten. Diese fungierten für uns als Wegbereiter, da sie ihren Banken mitgeteilt haben, dass sie ihre Geschäfte künftig nur noch über unsere Plattform abwickeln werden.

Mittlerweile haben aber die meisten Banken erkannt, dass sie flexibel bleiben müssen, um zukunftsfähig zu sein, und damit auch offen für neue Angebote wie unsere Plattform. Für viele bietet unser Angebot übrigens auch einen Mehrwert: Banken, die vorher mit Working-Capital-Finanzierungen gar nichts zu tun hatten, haben wir eine Tür geöffnet – dank uns konnten Sie neue Geschäftsfelder erschließen.

Was für Finanzierungslösungen bieten sie konkret an?

Wir bieten sozusagen ein Rundum-Sorglos-Paket an, also Lösungen sowohl für die Aktiv- als auch die Passivseite der Bilanz. Ein großes Thema für uns ist Factoring, sowohl klassisches als auch Reverse Factoring, mit Drittmitteln. Aber auch auf Rabatten basierende Angebote wie Dynamic-Discounting zur Verwendung der eigenen Liquidität gibt es auf unserem Marktplatz.

Und das lohnt sich auch?

Absolut, das Interesse an Working-Capital-Optimierung nimmt stetig zu. Auch, weil viele Firmen das Thema lange nicht auf dem Schirm hatten. Warum das so lange gedauert hat, weiß ich ehrlich gesagt nicht. Aber als ich früher als CFO in führenden Unternehmen gearbeitet habe, war das eher ein Rand-Thema.

Aber warum springen nun plötzlich so viele Unternehmen auf das Thema auf?

Working-Capital-Finanzierung hält das Liquiditäts-Pulver trocken, um andere Investments zu tätigen. Was ich damit sagen will: Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen die Unternehmen Innovationen vorantreiben, die in der Regel mit großen Investitionen einhergehen. Und momentan gibt es kaum eine Branche, für die das nicht relevant wäre. Die Automobilindustrie erwartet den Umstieg auf neue Antriebsformen. Die chemische Industrie ist im Wandel, die Lebensmittelhersteller setzen vermehrt auf Nachhaltigkeit und faire Arbeitsbedingungen. Im Einzelhandel tut sich ebenfalls vieles, Supermärkte müssen sich zum Beispiel mit neuen Liefermethoden befassen…

Also ist Working-Capital-Optimierung vor allem für Branchen im Wandel interessant?

Ja und nein. Natürlich hilft es denen weiter. Aber auch in einem Sektor, in dem akut keine Gefahr besteht, ist die Working-Capital-Optimierung verantwortungsbewusstes Risikomanagement. Ich war während der Finanzkrise CFO bei MAN. Eines Tages hat uns unsere Bank informiert, dass sie erst einmal nicht mehr handlungsfähig ist. Da mussten wir die Schecks für unsere Lieferanten selbst schreiben. Das ging nur, weil wir die entsprechenden Mittel hatten und unser Kapital nicht anderweitig gebunden war. Vielleicht haben wir es noch nicht Working-Capital-Finanzierung genannt, aber es hat uns gerettet.

Ist Krisenmanagement der einzige Treiber?

Keinesfalls. Auch das Thema Corporate Social Responsibility spielt da rein. Wir betrachten Working Capital ja oft durch eine rein finanzielle Linse. Aber man kann auch andere Maßstäbe ansetzen, zum Beispiel faire Arbeitsbedingungen bei Lieferanten.

Inwieweit soll Working-Capital-Finanzierung da helfen?

Sie können als Abnehmer ihren Zulieferern attraktivere Finanzierungskonditionen zur Verfügung stellen, wenn sie fair produzieren lassen. So etwas sehen wir bisher vor allem in der Modebranche.

Gibt es denn Branchen, in denen sie Nachholbedarf sehen?

Ich würde es nicht Nachholbedarf nennen, aber natürlich gibt es Felder, in denen Working Capital noch keine so große Rolle spielt. Staatliche Stellen sind so ein Beispiel, aber auch im Gesundheitsbereich gibt es da bisher wenig Interesse.

Also eine gute Wachstumschance für CRX Markets…

Unser Wachstum hängt ja nicht nur davon ab, dass wir immer mehr Kunden gewinnen. Wir schauen auch, inwieweit es Sinn ergibt, unser Produktportfolio zu erweitern. Wir haben die Plattform als Marktplatz einmal aufgebaut, im Prinzip können wir darüber jetzt fast alles anbieten. Aber natürlich schauen wir, welche Produkte zu uns passen.

 

Das gesamte Interview als PDF ist für Sie hier zum Download verfügbar.

 

Fordern Sie jetzt unser digitales Magazin an für mehr Informationen zum Thema Working Capital, Supply Chain Finance und aktuellen Studienergebnissen. 

 

Weitere Themen in der Magazinausgabe:

  • Supply Chain Finance – Win Win Win!
  • Die Zukunft des Einkaufs: Procurement Transformation
  • Rohstoffstudie – Konjunktureinbruch erwartet
  • Interview – Wirtschaftspolitische Entwicklungen in China

 

Fordern Sie jetzt die vollständige Magazinausgabe kostenlos in digitaler Form an:


  • Köln
  • Kopenhagen
  • London
  • München
  • Shanghai
  • Stockholm
  • Wien

We deliver results.