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Performance von Private Equity Investoren

Performance von Private Equity Investoren

Private Equity Gesellschaften galten lange als rücksichtslose Profitmaximierer, die selten an einer nachhaltigen Entwicklung ihrer Portfolio-Unternehmen interessiert sind. Doch die als „Heuschrecken“ beschimpften Kapitalgeber bringen Chancen mit: In unserer Desk-Research Analyse zur Performance von Portfolio-Unternehmen haben wir herausgefunden, dass diese signifikant besser abschneiden als ihre Wettbewerber ohne PE-Beteiligung.

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Signifikante Wertsteigerung in den ersten 5 Jahren

Der SPD-Politiker Franz Müntefering beklagte in einem Interview im April 2005: „Manche Finanzinvestoren verschwenden keinen Gedanken an die Menschen, deren Arbeitsplätze sie vernichten – sie bleiben anonym, haben kein Gesicht, fallen wie Heuschreckenschwärme über Unternehmen her, grasen sie ab und ziehen weiter.“

Auch heute noch gibt es kritische Sichtweisen – so zum Beispiel in der im Januar erschienenen Studie „Wie entwickeln sich Unternehmen mit Private Equity Eigentümern in Deutschland?“ der Hans-Böckler- Stiftung. Darin werden insbesondere die negative Entwicklung von Eigenkapitalquote und Beschäftigtenzahl bei mehrfach an PE-Gesellschaften verkaufte Unternehmen aller Branchen seit 2013 betrachtet.

Diese Ergebnisse können wir für Portfolio-Unternehmen in der Industriegüter- und Prozessindustrie nicht bestätigen: Sie erfuhren in den ersten fünf Jahren nach dem Erwerb eine signifikante Wertsteigerung. Portfolio-Unternehmen erzielen ein mehr als doppelt so hohes EBITDA- und Umsatzwachstum im Vergleich zu Firmen aus diesen Branchen ohne PE-Beteiligung.

Diese Beobachtung gilt über die gesamten fünf Jahre hinweg, und die Schere öffnet sich von Jahr zu Jahr weiter. So wächst der Umsatz von Portfolio-Unternehmen im Betrachtungszeitraum durchschnittlich um 28 Prozent, während Firmen ohne PE-Beteiligung 13 Prozent erreichen. Noch gravierender ist der Unterschied beim operativen Gewinn (EBITDA): Hier erreichen Portfolio-Unternehmen 42 Prozent Steigerung, während sich die Vergleichsgruppe mit neun Prozent zufriedengeben muss.

Vergleicht man die Mitarbeiteranzahl der Unternehmen, so haben auch hier die über fünf Jahre gehaltenen Portfolio- Unternehmen die Nase vorn: Ihre Beschäftigtenzahl wächst im Vergleich zur Branchen Peer Group stärker mit zwölf Prozent gegenüber neun Prozent. Nur bei einer Eingrenzung der Analyse auf Portfolio-Unternehmen mit reinem Restrukturierungsfokus haben wir eine Reduzierung der Mitarbeiteranzahl festgestellt.

Kosten runter, Profit rauf

Das bei Portfolio-Unternehmen identifizierte überproportionale Wachstum des EBITDA im Verhältnis zum Umsatz – 42 gegenüber 28 Prozent – belegt, dass Gewinne nicht nur durch beschleunigtes Umsatzwachstum, sondern auch durch eine verbesserte Kosteneffizienz erzielt werden. Bei den Unternehmen ohne PE-Beteiligung sinkt hingegen die Profitabilität mit steigendem Umsatz: Während der Umsatz um 13 Prozent steigt, wächst das EBITDA nur um neun Prozent.

Ein genauer Blick auf die Kostenseite zeigt, dass Private Equity Gesellschaften bei neu erworbenen Unternehmen sehr schnell mit der Kostenoptimierung beginnen. Im Fokus stehen besonders die sogenannten Sonstigen Betriebsaufwendungen, die sich aus indirekten Bedarfen wie Facility Management, IT- und Marketingausgaben zusammensetzen. Schon ab dem zweiten Jahr (T2) nach der Übernahme eines Portfolio Unternehmens ist eine deutliche Reduzierung der Sonstigen Betriebsaufwendungen sichtbar. Binnen fünf Jahren sinken die Sonstigen Betriebsaufwendungen durchschnittlich um neun Prozent. Diese Optimierung trägt wesentlich zur überproportionalen Steigerung des EBITDA bei.

(Laden Sie für die detaillierte Grafik inkl. aller Werte kostenfrei die gesamte Anaylse herunter.)

Hebel für Kostensenkungen aktiv suchen und nutzen

Unternehmen, die ihren operativen Gewinn steigern wollen, brauchen mit Optimierungsprojekten nicht zu warten, bis sie von einer PE-Gesellschaft übernommen werden. Die deutlich besseren Ergebnisse von Portfolio- Unternehmen zeigen aber, dass es sich lohnt, sich an deren Strategien zu orientieren.

Um die Kosten kontinuierlich zu senken, können die folgenden beispielhaften Ansätze erfolgversprechend sein:

  • Verschiebung des Fokus
  • Lieferantenkonsolidierung
  • Bedarfsstandardisierung oder -respezifikation
  • Aktives Rohstoffmonitoring
  • Indexbasierte Vertragsgestaltung


 

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Über die Autoren:

Stefan Süßenguth

Stefan ist Principal am INVERTO-Standort München. Zu seinen Mandantenzählen internationale Industrieunternehmen sowie namhaftePrivate-Equity-Gesellschaften. Als Leiter des Competence Centers Principal Investors & Private Equity ist er zudem Experte für Due Diligence, operative Wertsteigerung und portfolioübergreifende Optimie-rung im Einkauf.

Torben Menzel

Torben ist Project Manager bei INVERTO in Köln. Er betreut überwiegend Projekte in der Industriegüter- und Prozessindustrie und unterstützt zudem das Competence Center Principal Investors & Private Equity. Als Experte für quantitative Verfahren war er maßgeblich an der Analyse der Portfolio-Unternehmen beteiligt.

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