Telefonnummer

+49 221 485 687 0

Suche

Sprache wählen

deDeutsch
Headergrafik

Aktuelle Studie zum Risikomanagement im Einkauf

Politische Turbulenzen bedrohen globale Lieferketten

Die globale wirtschaftliche Lage ist derzeit angespannt. Für Unternehmen mit international verzweigten Wertschöpfungsketten stellen vor allem der zunehmende Protektionismus und der Brexit ernstzunehmende Risiken dar – das geht aus der aktuellen Risikomanagement-Studie hervor.

 

Konkret sind es 54 Prozent der befragten Firmen, die den anhaltenden Protektionismus als besonders risikobehaftet sehen. Daneben fürchten 45 Prozent der Manager, dass sich der Brexit negativ auf ihr Unternehmen auswirken wird. Das ist gegenüber dem Vorjahr ein eklatanter Anstieg: Beide Themen wurden damals nur von 17 respektive 19 Prozent der Befragten als Gefahr wahrgenommen. Die gestiegene Aufmerksamkeit ist jedoch nicht verwunderlich, denn vor allem der Brexit wurde durch die Austritts-Deadline ein zunehmend konkreteres Risiko, auf das sich Unternehmen angemessen einstellen müssen.

Vermeidung von Versorgungsengpässen hat höchste Priorität

Die Materialversorgung ist das Beschaffungsrisiko, dass den Unternehmen am meisten Kopfzerbrechen bereitet – für 65 Prozent der Befragten haben Versorgungsrisiken derzeit die höchste Priorität im Einkauf. Deutlich gestiegen ist ferner die Sorge um die Preisstabilität: Sahen im Vorjahr 35 Prozent der befragten Geschäftsführer und Einkaufsleiter darin ein enormes Risiko, stieg der Wert in diesem Jahr auf 48 Prozent und landet damit auf Platz zwei der Beschaffungsrisiken. Offensichtlich ist die Lage auf den Beschaffungsmärkten infolge der seit Jahren starken Konjunktur und aufgrund von Handelsbarrieren inzwischen angespannt. Es bleibt abzuwarten, ob sich die aktuelle konjunkturelle Abschwächung beruhigend auf den Markt auswirkt und beispielsweise in puncto Rohstoffnachfrage und -preisen Veränderungen eintreten.

 

 

 

 

 

Fragen, um sukzessive zu einem ganzheitlichen Risikomanagement zu gelangen:

Schritt 1: Risiko-Identifikation

Haben Sie einen Überblick über
potenzielle Risiken für Ihre Supply Chain
und Ihr Unternehmen?

Schritt 2: Risiko-Bewertung

Bewerten Sie Risiken für Lieferanten,
Warengruppen und Lieferantenmärkte nach
Ausmaß und Eintrittswahrscheinlichkeit?

Schritt 3: Risiko-Steuerung

Sind den identifizierten Risiken konkrete
Maßnahmen zugeordnet?

Schritt 4: Risiko-Monitoring

Überarbeiten Sie Ihren Maßnahmenkatalog
in regelmäßigen Abständen und
justieren Sie situationsbezogen bei der
Strategie zur Risikobekämpfung nach?

 

Definition von Maßnahmen ohne systematische Risikoerfassung 

Zur Absicherung gegen diese Beschaffungsrisiken setzen die Befragten auf verschiedene Mittel. Es fällt jedoch auf, dass über drei Viertel der befragten Firmen (78 Prozent) zwar konkrete Maßnahmen definieren, aber nur 56 Prozent vorher festlegen, welche Risiken sie damit eigentlich bekämpfen wollen. Hierbei entsteht unter Umständen eine Diskrepanz, denn ob die ergriffenen Gegenmaßnahmen ohne vorherige Analyse tatsächlich den gewünschten Effekt erzielen, ist zumindest fraglich.

 

Offensichtlich ist die Lage auf den Beschaffungsmärkten infolge der seit Jahren starken Konjunktur und aufgrund von Handelsbarrieren inzwischen angespannt. Es bleibt abzuwarten, ob sich die aktuelle konjunkturelle Abschwächung beruhigend auf den Markt auswirkt und beispielsweise in puncto Rohstoffnachfrage und -preisen Veränderungen eintreten.

 

Welche Maßnahmen sind sinnvoll? 

Je nach Geschäftstätigkeit, Branche, Lieferkette und Größe des Unternehmens ist eine individuelle Strategie nötig:  Startups werden beispielsweise eine höhere Risikobereitschaft zeigen als inhabergeführte Unternehmen oder eine Aktiengesellschaft und dementsprechend unterschiedliche Maßnahmen definieren. 

Studienergebnisse

In der Praxis werden zur Steuerung von Risiken vor allem Lieferantenbewertungen (81 Prozent), langfristige Rahmenverträge (69 Prozent) und Dual-Sourcing-Strategien (68 Prozent) angewandt. Im Vergleich zum Vorjahreswert fällt insbesondere auf, dass das derzeitige politische und wirtschaftliche Gefüge sich negativ auf die Bereitschaft zum Abschluss von langfristigen Verträgen auswirkt: Lag der Wert im Vorjahr noch bei 77 Prozent, kommt er in der aktuellen Umfrage nur auf 69 Prozent. Im Gegenzug haben mehr Unternehmen Sicherheitslager aufgebaut: Waren es bislang 35 Prozent, setzen aktuell 43 Prozent auf diese Art der Absicherung. Professionellere Hebel, etwa vordefinierte Notfallpläne (24 Prozent) und Unterstützungsprogramme für Lieferanten (22 Prozent), kommen währenddessen nur selten zum Einsatz. Diese Maßnahmen werden nur von weniger als einem Viertel der Studienteilnehmer genutzt. Dabei sollten Unternehmen ihr Maßnahmenportfolio dringend in diese Richtung erweitern, um eine langfristige Risikominimierung zu erzielen. Denn je komplexer die Supply Chain eines Unternehmens ist, desto wichtiger wird es, strategische Ansätze zur Risikominimierung zu etablieren.

Dual-Sourcing-Strategie

Eine Dual-Sourcing-Strategie von Fertigungsteilen kann beispielsweise effektiv mit automatischen Bestandskontrollen in Sicherheitslagern einhergehen. Ein zusätzliches digitales Früherkennungstool miteinzubeziehen, kann den entscheidenden Vorteil bringen. Im Ernstfall können die vordefinierten Notfallpläne zum Einsatz kommen: Beschaffungsengpässe werden mit Zweitlieferanten umgangen, Bestände aus Sicherheitslagern bieten zeitlichen Puffer und das Frühwarnsystem erkennt den Mangel idealerweise bevor er tatsächlich entsteht – und hilft, frühzeitig Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

Finanz-Hedging

Eine weitere, derzeit von 22 Prozent der Studienteilnehmer in Betracht gezogene Maßnahme, ist die Absicherung von Preisrisiken per Finanz-Hedging. Im Vergleich zum Vorjahreswert von 12 Prozent hat sich der Anteil der Unternehmen, die auf diese Strategie setzen, fast verdoppelt. Firmen sollten künftig noch stärker auf diese Art von Finanzgeschäft setzen, um beispielsweise die Gesamtkalkulation profund abzusichern. Elementare Preis- und Wechselkursrisiken können hier nach dem Motto „Gefahr erkannt, Gefahr gebannt“ an die Bank ausgelagert werden.

 

Risikomanagement erfordert kontinuierlichen Prozess

Hat ein Unternehmen individuell zugeschnittene Gegenmaßnahmen definiert, müssen außerdem strategische Monitoring-Abläufe implementiert werden. Denn Risiken und deren Relevanz können sich über kurz oder lang verändern. Ein ganzheitlicher Risikomanagement- Prozess muss daher abteilungsübergreifend angegangen und in regelmäßigen Abständen wiederholt werden, um zu einer ganzheitlichen Bewertung zu gelangen. Auf Basis einer solchen umfassenden Verzahnung können Risiken frühzeitig identifiziert und im Ernstfall schneller behoben werden.

 

 

 

 

Über die Risikomanagement-Studie

INVERTO befragte für die Studie knapp 100 Geschäftsführer und Einkaufsleiter aus Unternehmen verschiedener Branchen zu ihrem Umgang mit Risiken. Die Fragen zielen auf allgemeine Gefahren für die Geschäftstätigkeit sowie konkrete Beschaffungsrisiken und den Umgang damit ab. INVERTO realisiert die Studie jährlich bereits seit 2013 und kann daher Entwicklungen in der Risikobewertung langfristig nachvollziehen. 

 

 

 

Interessierte finden die Studienergebnisse unter www.inverto.com/risikomanagement

 

  • Köln
  • Kopenhagen
  • London
  • München
  • Shanghai
  • Stockholm
  • Wien

We deliver results.