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Lead Times

Hauptsache zuverlässig!


Stabilität und Zuverlässigkeit
sind oberstes Gebot

Steigende Rohstoffpreise, Transportkosten oder Zolltarife üben Druck auf die eigene Marge aus. Aber nichts ist so teuer wie eine stehende  Produktion. Deswegen sind die Lead Times verstärkt in den Fokus gerückt. Die Frage ist dabei nicht so sehr, ob Transporte schnell oder  kostengünstig sind, sondern: Stabil und zuverlässig sollen sie sein.  Dies war der Tenor unserer Lead Times Recherche und anschließenden Experteninterviews.

Pünktliche Lieferungen selbst um den halben Globus hatte man jahrelang als selbstverständlich wahrgenommen. Dann kam Corona, und die dadurch bedingten Veränderungen im Transportwesen halten bis heute an: Frachtraten für See- und Luftfracht sind teilweise drastisch gestiegen, während die Zuverlässigkeit deutlich abnahm.

Quer durch alle Wirtschaftszweige sind Unternehmen deswegen gezwungen, ihre bisherigen Lead Times Strategien zu überdenken und im Einklang mit eventuell neu gestalteten Supply Chains auszurichten. Wir haben vier Trends ausgemacht:

1. Einbeziehung regionaler Lieferanten

2. Erhöhung der Lagerbestände

3. Alternative Transportmittel

4. Digitalisierung

Einbeziehung regionaler Lieferanten

Viele Unternehmen denken über die Qualifikation regionaler Lieferanten nach. Oft sollen regionale Anbieter die etablierten Strukturen jedoch  nicht ersetzen, sondern ergänzen. Ziel ist es, durch Diversifizierung die Stabilität zu erhöhen und die Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten oder  Regionen zu verringern. Laut Aussagen der von uns interviewten Experten aus der Automobilindustrie und dem Maschinenbau wissen wir  allerdings, dass diese Branchen bei zentralen Komponenten Single Sourcing Strategien betreiben. Wo immer möglich, sollten Unternehmen  jedoch auf verschiedene Anbieter setzen, auch wenn dies den Abstimmungs- und Prüfaufwand erhöht.

Erhöhung der Lagerbestände

Viele Unternehmen hatten vor der Coronapandemie nur kleine Lager und vertrauten auf Just-in-time-Lieferungen. Da jetzt die Unwägbarkeiten  dominieren, hat der Aufbau größerer Lagerbestände signifikant zugenommen. Zugleich investieren Unternehmen in digitale  Lagermanagementsysteme,  um jederzeit Transparenz über die Bestände zu haben. Auch werden Lieferanten stärker dazu verpflichtet, für  Liefersicherheit zu sorgen.

Wechsel der Transportmittel

Weil die Kapazitäten in der Luftfracht drastisch geschrumpft und deutlich teurer geworden sind, waren Unternehmen, die vor der Pandemie überwiegend darauf setzten, gezwungen, sich nach Alternativen umzuschauen. Die Suche war nicht überall von Erfolg gekrönt – so berichtet etwa  Henning Körner, Global Strategic Buyer von Olympus, dass der Transport über die Schiene oder Hybridmodelle für die empfindlichen Produkte  der Medtech-Firma keine Option sind. Langfristig will Olympus verstärkt auf Seefracht setzen (siehe Interview). Insgesamt lässt sich beobachten,  dass viele Unternehmen flexibler bei der Wahl der Mittel geworden sind. Priorität hat auch hier die Zuverlässigkeit.

Digitalisierung

Die instabilen Lieferketten der vergangenen Monate haben vielfach einen eklatanten Mangel an Transparenz ans Licht gebracht. Um diese entlang  der gesamten Lieferkette zu schaffen, investieren Unternehmen quer durch alle Branchen in digitale Lösungen. Nur eine durchgängige Digitalisierung der Supply Chain ermöglicht, Lieferungen in Echtzeit zu tracken und bei Eintritt eines Risikos schnell reagieren zu können. Die  Integration externer Quellen sowie die Schaffung von Schnittstellen zu Lieferanten und Kunden wird zu den wesentlichen Aufgaben der kommenden Jahre gehören.

Autoren

Jan Mersmann

Jan Mersmann ist Senior Project Manager bei INVERTO in Köln. Er berät Kunden aus der  Automobilbranche, Medizintechnik und der Prozessindustrie. Zu seinen Schwerpunkten zählen die  Prozessoptimierung und die Digitalisierung von Lieferketten.

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Emiliano Müller Valle

Emiliano Müller Valle ist Consultant im Münchener INVERTO Office. Sein Schwerpunkt liegt in der  Beratung von Automobilkonzernen und -zulieferern. Hier befasst er sich überwiegend mit Supply Chain Management und Logistik.

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