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Ostasiens Automobilzulieferer: Ein Markt in Bewegung eröffnet Sourcing-Optionen

Ostasiens Automobilzulieferer: Ein Markt in Bewegung eröffnet Sourcing-Optionen

Seit Corona die Lieferketten weltweit gestört hat, wird viel über Reshoring diskutiert. Zu den Branchen, in denen das nicht sinnvoll ist, zählt die Automobilbranche. Zwar findet viel Produktion „local for local“ statt, doch werden allen Handelshemmnissen und Corona zum Trotz bis heute weltweit sowohl Komponenten als auch ganze Bauteile von Fahrzeugen bei Vorlieferanten eingekauft.

Starker Zuliefermarkt in Ostasien

Zurzeit lohnt sich der Blick nach Ostasien, denn dort wandelt sich die bestehende Arbeitsteilung im Automotive-Sektor. Angetrieben wird die Veränderung von den Regierungen, die unterschiedliche Entwicklungsstrategien verfolgen. Die Corona-Pandemie treibt die Entwicklung nochmals voran. Das gilt sowohl für die drei großen Autonationen Japan, Südkorea und China als auch für die aufstrebenden ASEAN-Länder Thailand, Indonesien und Vietnam sowie Indien. Das INVERTO-Team in Shanghai beobachtet die Entwicklung aufmerksam und behält dabei insbesondere den Zulieferermarkt im Blick.

(Quelle: Organisation Internationale des Constructeurs d’Automobiles – OICA)

Ostasien liefert für Automobile nicht nur Teile zu, sondern zählt längst zu den weltweit wichtigsten Produzenten kompletter Fahrzeuge. Dies spiegelt nicht nur die große Marktnachfrage in Asien wider, sondern auch die Reife der lokalen Lieferkette. Die Fertigungs- und Montagekapazitäten in Asien sichern nicht nur den lokalen Markt, sondern tragen darüber hinaus zum weltweiten Export bei.

Betrachtet man Teile und Zubehör, so trug der Export aus Asien 29 % zum weltweiten Export bei, wobei China, Indien und andere 4 BCCs (Best Cost Countries) einen Anteil von 13 % hatten.

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Strategische Ziele in der Automobilproduktion

  • China: Forciert ehrgeizige Umweltstandards sowohl für die Produktion als auch für die Autos selbst.
  • Japan: Belohnt Unternehmen, die ihre Produktion zurück ins Inland oder in den ASEAN-Raum verlegen, mit Steuererleichterungen.
  • Südkorea: Fördert alternative Antriebe – sowohl Elektro als auch Wasserstoff – und autonomes Fahren.

Erfolgreiche Entwicklung in Asien

Erfolgreich in der Entwicklung ihrer Automobilindustrie waren in den vergangenen Jahren Indien, Thailand, Indonesien und Vietnam. Zwar liegt für alle vier Länder der Fokus auf der Produktion für den Asia-Pazifik-Raum, doch liefern sie alle auch einen Anteil ihrer Produkte nach Europa. Die Beziehungen könnten künftig noch enger werden.

(Quelle: Germany Trade and Invest – GTAI)

Indien

Fast jeder dritte Kleinwagen weltweit wird auf dem Subkontinent produziert. Entsprechend stark sind die großen, weltweit agierenden Zulieferunternehmen in Indien vertreten. Insgesamt trägt die Automobilbranche rund 7% zum Bruttoinlandsprodukt bei. Die Branche expandierte in den vergangenen Jahren stark: 2018 wurden 36% mehr Autos produziert als fünf Jahre zuvor.

Der Wandel weg vom Verbrennungsmotor ist eine Herausforderung für den indischen Automotivesektor. Um die zunehmende Luftverschmutzung in den Griff zu bekommen, fördert der Staat die Elektromobilität, jedoch bislang mit wenig Erfolg. Auch der Einstieg in die Batterieproduktion ist geplant.

Der Automobile Mission Plan 2016 – 2026 der Regierung sieht vor, Indien zu einem der drei führenden Zentren der Automobilproduktion zu machen.

Thailand

Mit gut zwei Millionen Fahrzeugen ist Thailand der größte Autoproduzent unter den zehn ASEAN-Ländern. Das Land will sich zum Forschungs- und Entwicklungszentrum für die Automobilbranche entwickeln, ist davon allerdings noch ein Stückweit entfernt: Zwar sind zahlreiche internationale Hersteller und Zulieferer in Thailand vertreten, doch bislang montieren sie überwiegend Bausätze, die importiert werden. Produziert wird nicht nur für das eigene Land, sondern auch für den Export in andere asiatische Länder sowie Australien.

Die Regierung fördert stark die Elektromobilität, doch hält sich das Interesse der Einheimischen mangels Ladeinfrastruktur zurzeit noch in Grenzen. Da die Unternehmen aber Exportchancen sehen, investieren sowohl Hersteller als auch Zulieferer in E-Mobility. Zudem entsteht ein Batteriezentrum, an dem sich auch der deutsche TÜV beteiligt. Erforscht werden soll Batterie- und Speichertechnologie unter tropischen Bedingungen.

Indonesien

Die indonesische Automobilindustrie wird von japanischen Herstellern und Zulieferern dominiert, die vor Ort montieren oder einheimische Unternehmen mit der Montage von Bausätzen beauftragt haben. Der gesamte Automotive Sektor ist überwiegend in Westjava angesiedelt.

Die Regierung fördert sparsame Kleinwagen sowie Elektroautos. Hintergrund ist, dass Benzin und Diesel importiert werden müssen, während Strom mit heimischer Kohle billig produziert werden kann und überdies in Sulawesi Nickel abgebaut wird. Bislang konnte jedoch noch kein Unternehmen überzeugt werden, in der abgelegenen Region in eine Batterieproduktion zu investieren.

Vietnam


Vietnam spielt in der Automobilbranche mit rund 250.000 produzierten Fahrzeugen 2019 zurzeit noch eine untergeordnete Rolle. Bislang werden überwiegend fertige Teile importiert und vor Ort montiert. Die Regierung möchte das ändern und fördert Hersteller und Zulieferer stark – das gilt sowohl für Autos mit herkömmlichen Motoren als auch für die E-Mobility. Seit 2018 gibt es auch einen einheimischen Automobilhersteller: Vinfast produziert zurzeit Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren, doch ein Elektroauto ist in der Entwicklung.

Einen Schub könnte die Entwicklung durch die Corona-Pandemie bekommen. Im Zuge der Krise strukturieren die japanischen Hersteller ihre Lieferketten neu – laut einer Umfrage des japanischen Automobilverbandes wollen nun gut 40% der Befragten in Vietnam investieren.

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