Telefonnummer

+49 221 485 687 0

Suche

Sprache wählen

deDeutsch
Headergrafik

04.12.2019 – Handelsblatt: Der Charme der Null

Mit der Methode „Zero Based Budgeting“ können Firmen eine Menge Geld sparen. Die Betriebsausgaben stehen dabei im Fokus.

Immer wieder passiert es, dass Unternehmensbereiche kurz vor Jahresende feststellen: Sie haben weniger Budget ausgegeben als geplant. Oft fließt das übrige Geld dann in eine schnelle Maßnahme, damit das Budget im nächsten Jahr nicht schrumpft. „Dies könnte die falsche Entscheidung sein“, findet Lars-Peter Häfele, Geschäftsführer bei der auf Einkauf und Supply Chain Management spezialisierten Unternehmensberatung Inverto. Er unterstützt Unternehmen dabei, ihre Kosten zu optimieren. Eine Strategie, auf die er dabei zurückgreift, hat drei Worte: Zero Based Budgeting (ZBB). Sie gibt es bereits seit Jahrzehnten und ist keine Erfindung von Inverto. „Wir fragen nicht, wo gespart werden kann, sondern andersherum: Welche Ausgaben sind wirklich sinnvoll oder eben nicht“, erläutert der 36-Jährige. Bei der Planung werde erst einmal alles auf null gesetzt: Budgets werden nicht wie üblich aus dem Vorjahr fortgeschrieben, sondern jede Position wird auf den Prüfstand gestellt. Damit lassen sich nicht nur Kosten senken, sondern verbleibende Ausgaben auch zielgerichteter einsetzen.

Will zum Beispiel ein Unternehmen 100 Autos leasen, stellen Häfele und seine Kollegen Fragen wie: Würden nicht bereits 80 Fahrzeuge zur Abdeckung des Bedarfs reichen? Müssen es unbedingt Autos aus der oberen Preisklasse sein? Der ZBB-Prozess besteht dabei aus drei Phasen. Nach der Analyse – was wird von wem, warum ausgegeben? – folgt die „Value Indentification“ über Workshops mit den Budgetverantwortlichen: Kaufen sie die richtige Menge und die richtigen Produkte oder Dienstleistungen? So werden Potenziale identifiziert und die Mitarbeiter involviert. In Schritt drei erfolgt dann die Umsetzung. Häfele hat dazu ein aktuelles Beispiel parat: Eine Firma verhängte ein einmonatiges Reise-Moratorium, um das Klima und das Budget zu schonen. Bei der „Green-October-Initiative“ wurden Meetings per Video- oder Telefonkonferenz abgehalten. In dem Monat hat das Unternehmen Häfele zufolge 180 000 Euro eingespart. Dauerhaft wird wohl kaum ein Betrieb auf Dienstreisen verzichten können. „Bei dem Projekt ging es jedoch darum, das Bewusstsein der Mitarbeiter zu schärfen. Jeder kann etwas dafür tun, die Effizienz im Hinblick auf die Kosten zu erhöhen und das Klima zu schonen“, resümiert der Berater.

Autor: Gian Hessami, Aachen
Erschienen im Handelsblatt, 04.12.2019, Nr. 234, S. 049
www.handelsblatt.com
© 2019 Handelsblatt GmbH – ein Unternehmen der Handelsblatt Media Group GmbH & Co. KG. Alle Rechte vorbehalten.

  • Köln
  • Kopenhagen
  • London
  • München
  • Shanghai
  • Stockholm
  • Wien

We deliver results.