Nachhaltiger Einkauf: Von Worten zu Taten in fünf Schritten

Von Taten zu Worten im nachhaltigen Einkauf

Früher ein Nischenthema, sprechen nachhaltig produzierte Güter heute breite Kundengruppen an. Immer mehr Konsumenten treffen ihre Kaufentscheidungen auch nach Gesichtspunkten von Umweltschutz und sozialer Verantwortung. Die Zahl der Investoren, die diese Aspekte maßgeblich in ihre Anlagestrategie einbeziehen, ist ebenfalls deutlich gestiegen. Auch die Politik setzt immer mehr Nachhaltigkeitsziele fest. Angesichts der immer deutlicher werdenden Klimafolgen bleibt auch keine andere Wahl. Grund genug für jedes Unternehmen, sich eigene Nachhaltigkeitsziele zu setzen und den Einkauf daran auszurichten.

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Was ist nachhaltiger Einkauf?

Nachhaltigkeit wird von der UN-Weltkommission für Umwelt und Entwicklung definiert als „Erfüllung der Bedürfnisse der Gegenwart, ohne die Fähigkeit künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen“. Bekannt ist auch der von John Elkington 1994 geprägte Begriff „Triple Bottom Line“, der drei Kernelemente einführt:

  • „People“ / Gesellschaft
  • „Planet“/ Umwelt
  • „Profit“ / Wirtschaft

Diese drei Kernelemente spiegeln sich auch in den 17 von der UN definierten Zielen für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals – SDGs) – zum Beispiel „Keine Armut“ (sozial), „menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum“ (wirtschaftlich) und „Leben unter Wasser“ (ökologisch).

Speziell für den Einkauf definierte die „Sustainable Procurement Task Force” in ihrem Papier „Einkauf der Zukunft “ den nachhaltigen Einkauf als „einen Prozess, bei dem Organisationen ihren Bedarf an Gütern, Dienstleistungen, Arbeiten und Versorgungsleistungen auf eine Weise erfüllen, die einen Wert auf Basis eines gesamtheitlichen Lebenszyklusses erzielt, indem sie nicht nur der Organisation, sondern auch der Gesellschaft und der Wirtschaft Nutzen bringt und gleichzeitig Schäden für die Umwelt minimiert.“

Nachhaltigkeitsziele prominenter globaler Unternehmen – Beispiele:

Microsoft: Kohlenstoffneutral bis 2030

Microsoft will ab 2030 nicht nur CO2-frei produzieren, sondern bis 2050 auch den gesamten Kohlenstoff, den das Unternehmen seit der Gründung 1975 ausgestoßen hat, wieder abbauen. Dazu will der Konzern 1 Milliarde Dollar in einen Klima-Innovationsfonds investieren.

Blackrock: Nachhaltigkeit als neuer Investitionsstandard

BlackRock betont, dass „ein Unternehmen keine langfristigen Gewinne erzielen kann, ohne seinen Zweck („Purpose“) anzustreben und die Bedürfnisse eines breiten Spektrums von Interessengruppen zu berücksichtigen“. Diese Selbstverpflichtung, verkündet in Davos 2020, hat in der Finanzbranche den Wandel zur Berücksichtigung so genannter ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) angestoßen.

Unilever: Sustainable Living schon seit 2010

Unilever hat den „Sustainable Living Plan” 2010 ins Leben gerufen, um „unser Geschäft zu erweitern, während wir unsere ökologische Bilanz von unserem Wachstum abkoppeln und unsere positive soziale Wirkung vergrößern“. Das Unternehmen hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2023 die Lieferkette weltweit nachhaltig zu gestalten. So sollen dann auch keine Rohstoffe mehr von Flächen stammen, für die zuvor Wald gerodet wurde. Außerdem will Unilever bis 2039 vollständig CO2-neutral produzieren.

Bayer: Umwelt und Soziales im Blick

Bayer hat sich verpflichtet, bis 2030 kohlenstoffneutral zu werden, und hat auch ehrgeizige Ziele im Hinblick auf soziale Elemente. „Gesundheit für alle, Hunger für keinen“, lautet die Vision. Um dies zu erreichen, hat Bayer ein spezielles Nachhaltigkeitsteam für den Einkauf ins Leben gerufen. Dieses Team ist dafür verantwortlich, dass alle Lieferanten entsprechende Standards einhalten.

Die unterschiedlichen Geschäftsfelder der Unternehmen zeigen eines: Nachhaltigkeitsziele sind unabhängig von der Branchenzugehörigkeit. Sie lassen sich in allen Industrien realisieren, allerdings sind die Herausforderungen jeweils andere.

Nachhaltiger Einkauf ist mehr als ein Trend; er ist grundlegend, um in den 2020er Jahren erfolgreich zu sein. Bei der Entwicklung des Einkaufs von der Kostenführerschaft hin zu einem Treiber der Nachhaltigkeit stehen große Schritte bevor –innerhalb des Unternehmens und vor allem, in Zusammenarbeit mit den Lieferanten und der Supply Chain Logistik.

Unsere Expert:innen unterstützen Sie dabei, Nachhaltigkeitsziele für Ihren Einkauf zu definieren und die besonderen Herausforderungen innerhalb Ihrer Lieferkette zu analysieren.
Neben ethisch-moralischen Zielen zwingt das Lieferkettengesetz Unternehmen, die in Deutschland tätig sind, zur Einhaltung von Nachhaltigkeitskriterien.

 

5 Schritte zum nachhaltigen Einkauf

Schaffen Sie Transparenz in der gesamten Lieferkette

Um wirklich nachhaltig zu werden, muss ein Unternehmen nicht nur nachhaltige Praktiken in seinem eigenen Handeln umsetzen, sondern auch sicherstellen, dass die Lieferanten (und deren Zulieferer) die gleichen Standards einhalten. Da die Lieferketten der meisten Unternehmen aus komplexen Systemen aufgebaut sind, ist es unerlässlich, zunächst die eigene Lieferkette abzubilden und die treibenden und/oder hemmenden Faktoren der Nachhaltigkeit zu identifizieren.

Definieren Sie einen Nachhaltigkeitszweck und identifizieren Sie geeignete Maßnahmen

Jede Branche hat ihre eigenen Herausforderungen im Hinblick auf Nachhaltigkeit, und jedes Unternehmen hat seine eigene Vision und Mission. Deswegen können sich Nachhaltigkeitszwecke auch stark unterscheiden. Vor der Umsetzung eines nachhaltigen Einkaufs müssen eine geeignete Strategie und ein Aktionsplan für Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft entwickelt und vereinbart werden, die den Zweck, die Werte und die Wirkungsbereiche des Unternehmens abbilden. Diese Ziele weisen dem Einkauf den Weg zur Nachhaltigkeit.

Eine CPO-Umfrage von INVERTO zur Rolle des zukünftigen Einkaufs zeigt, dass die Bedeutung der Nachhaltigkeit zunimmt.

 

Mehr im Procurement Transformation Whitepaper

Setzen Sie eigene Nachhaltigkeitsinitiativen entlang der Lieferkette um.

Wenn es um die Umsetzung geht, ist die Einhaltung von Vorschriften nicht mehr als ein erster Schritt. Schaffen Sie auf Grundlage Ihrer eigenen Nachhaltigkeitsstrategie gemeinsam mit Ihren Lieferanten sinnvolle Initiativen. Treten Sie in den Dialog, um gemeinsam die Lieferkette gemäß der Nachhaltigkeitskriterien weiterzuentwickeln.

Arbeiten Sie mit Drittorganisationen zusammen, um neue Lösungen zu entwickeln

Die Zusammenarbeit mit externen Parteien wie Forschungsinstituten, Universitäten und NGOs sowie Industrieforen kann die Nachhaltigkeit weiter fördern. Unternehmen sind nicht immer in der Lage, allein die besten Lösungen zu finden und der Austausch mit Dritten wird einen fruchtbaren Boden für nachhaltige Innovationen bieten.

Messen Sie Erfolge und verfassen Sie Berichte, zum Beispiel mit Hilfe der Standards der Global Reporting Initiative (GRI)

Nur wer Ziele definiert und die Ergebnisse jeder Initiative regelmäßig analysiert, weiß, ob er erfolgreich war. Daher sollten Erfolgsmessung und Reporting von Anfang an zu Ihren Nachhaltigkeitsaktivitäten gehören. Die GRI hat einen Rahmen für das Reporting geschaffen, auf dessen Basis Sie nicht nur ein eigenes Berichtswesen schaffen können, sondern Ihre Fortschritte auch mit Best in Class Initiativen vergleichen können.

 

Unsere Experten zum Thema Nachhaltigkeit

Philipp Mall

Managing Director

philipp.mall@inverto.com Kontakt

Carl Punkenburg

Principal

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