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Maschinenbau INVERTO SMI

Projekt-Capex im Maschinen- und Anlagenbau

INVERTO Geschäftsführer Thibault Pucken über ungenutzte Potentiale im Mittelstand

Welche Bedeutung hat CAPEX speziell in der Industrie?

Projekt CAPEX ist nur für wenige Industriezweige, wie z. B. den Energie- oder Bausektor dominant. In der Industrie spielen vor allem wiederkehrende große CAPEX-Investitionen eine Rolle. Allerdings ist die Reife des CAPEX-Einkaufs in den Unternehmen sehr unterschiedlich.

Man sollte doch eigentlich davon ausgehen, dass in der Industrie eine große Routine im Umgang mit CAPEX Projekten besteht.

Das trifft nahezu uneingeschränkt auf die großen Player zu. Es ist allerdings ein erheblicher Unterschied zwischen Konzernen und Mittelstand zu beobachten. Während die Konzerne in diesem Bereich sehr reif und professionell sind, und zum Teil eigene Organisationen für CAPEX haben, gibt es im Mittelstand große Defizite.

Worin liegt der große Unterschied zwischen großen Playern und Mittelstand?

In der Industrie geht es üblicherweise um Maschinen-Ersatzinvestitionen. Diese sind bei den großen Playern, wie z. B. in der Automobilindustrie an der Tagesordnung, da in einem Werk ständig neue Maschinenteile ausgetauscht werden müssen. Um Stillstand-Zeiten möglichst zu vermeiden, verfügen diese Unternehmen über eingespielte Strukturen im CAPEX Einkauf. Neue Werke

 werden zwar wesentlich seltener gebaut, in Großunternehmen aber dennoch häufiger als im Mittelstand. Da diese Bedarfe im Mittelstand nur selten relevant werden, fehlt dieser Programmpunkt meistens auf der Agenda und ein strategisch ausgerichteter CAPEX Einkauf findet daher nicht statt.

Wie gehen die Mittelständler mit diesem Problem um?

Oftmals gar nicht. Unsere Erfahrung zeigt, dass zu CAPEX weder eine Streit- noch eine Diskussionskultur existiert. Die mittelständische Industrie realisiert nicht, dass sie durch die vorhandenen Defizite bei der CAPEX Beschaffung viel Geld vernichtet.

Wer kümmert sich um die anfallenden CAPEX Bedarfe?

Man überlässt die Planung und die Entscheidungen ganz einfach den Fachabteilungen und Planern und verzichtet somit auf eine funktional getriebene kaufmännische Expertise.

Und welche Absicht steckt dahinter?

Im Zweifel keine. Es entspringt eher – bewusst oder unbewusst – einer gewissen Konzeptlosigkeit, manchmal beruht es auch auf Bequemlichkeit. Funktionierende Einkaufsstrukturen aufzubauen oder zu optimieren ist ein komplexer Prozess, der eine crossfunktionale Zusammenarbeit erfordert und diesen Aufwand scheuen viele Mittelständler.

Was würden Sie großen Mittelständlern raten?

Zunächst geht es darum, Transparenz über die CAPEX-Ausgaben zu schaffen und Potenziale aufzuzeigen. Anhand dessen kann dann der weitere Prozess geplant werden. Da in vielen Unternehmen Projekt-CAPEX nur selten vorkommt, macht es nicht immer Sinn, eine eigene Organisation dafür zu schaffen, wie es in großen Konzernen der Fall ist. Aber in jedem Unternehmen sollte es einen definierten Prozess für den CAPEX Einkauf geben, in dem die einzelnen Prozessschritte, Rollen und Verantwortlichkeiten für alle Beteiligten klar definiert sind. Denn nur so können die erfassten Potenziale auch realisiert werden.

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