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Handel INVERTO SMI

Projekt-Capex im Handel

INVERTO Geschäftsführer Kiran Mazumdar über die Rolle des Einkaufs im Handel

Was würden Sie Unternehmen grundlegend im Einkauf von Ladenbau-Bedarfen empfehlen?

Ich würde den Handelsunternehmen generell raten, den Beschaffungsprozess für Ladenbau und Visual Merchandise möglichst effizient zu gestalten, das heißt – bei aller notwendigen Kreativität und Designfreiheit – vor allem die Komplexität zu reduzieren und die Standardisierung zu erhöhen.

Ist Ladenbau denn besonders komplex?

Ja, denn im Regelfall gibt es in diesem Segment viele Beteiligte mit speziellen Forderungen und Interessen. Die Designer, die Ladenbauabteilung und oft auch die Unternehmensführung, denn Ladenbau ist Top Management Thema. Der Einkauf ist dann häufig das letzte Glied in der Prozesskette.

Und wie könnte dieser Handlungsknoten gelöst werden?

Die eigentliche Herausforderung besteht darin, die CAPEX Bedarfe zu koordinieren. Das bedeutet, eine zentrale Koordinationsstelle zu schaffen. Hierzu bedarf es einer interdisziplinären Zusammenarbeit aller relevanten Unternehmenseinheiten.

Geschieht das nicht zwangsläufig?

Nein, das ist eher die Ausnahme. Die einzelnen Fachabteilungen kooperieren häufig kaum oder gar nicht. Diese müssen unter einen Hut gebracht werden, um Synergiepotenziale effektiv nutzen zu können.

Können Sie das anhand eines Beispiels aus der Praxis präzisieren?

Ein großer Lebensmittelkonzern mit mehreren eigenständigen Konzerntöchtern stattet seine Filialen mit 36 verschiedenen Einkaufswägen aus. Dies liegt daran, dass jede Konzerntochter, diese eigenständig einkauft. Durch Vereinheitlichung auf drei verschiedene Typen und einen gebündelten Einkauf für alle Filialen können erhebliche Einsparungen realisiert werden. Das geht konzernübergreifend jedoch nur über eine Beschaffungseinheit wie den zentralen Einkauf. Natürlich hat jede Konzerntocher nach wie vor die Design-Hoheit und kann die Einkaufswagen anschließend mit ihrem eigenen Branding versehen.

Wäre der Einkauf in Designfragen denn überhaupt kompetent?

Der Einkauf behandelt fachspezifische Fragen natürlich nicht autonom, denn schließlich ist und bleibt er ausführendes Organ des Bedarfsträgers, ausgestattet mit kaufmännischer Expertise. Er sollte jedoch bereits im Designprozess eng eingebunden werden, um sicherzustellen, dass die Designvorlagen realistisch umsetzbar sind und das gesetzte Budget nicht sprengen – Stichwort „kaufmännisches Gewissen“. Der Einkauf kann bereits in frühen Design-Phasen Lieferanten vorqualifizieren und die Designs einem Praxis-Test unterziehen.

Wird CAPEX im Zuge des anhaltenden Wachstums im Onlinehandel künftig nicht an Bedeutung verlieren?

Nein, ganz im Gegenteil. Relativ betrachtet wird CAPEX im Zuge dieses Wandels künftig sogar steigen. Zwar wird der traditionelle stationäre Handel tendenziell stagnieren oder zurückgehen. Die Kundenerwartungen an den stationären Handel steigen aber im Hinblick auf die Einkaufserlebnisse. Um diesem Wunsch zu entsprechen, müssen Händler ihre Läden immer innovativer ausstatten – die Kosten für die Ausstattung der einzelnen Filiale werden also steigen.

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