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5/2017 – MTDialog: Kliniken kaufen nicht international ein

Die auf die Beratung für Einkauf und Supply Chain spezialisierte Inverto in Köln, die inzwischen zu Boston Consulting gehört, hat Anläufe unternommen, um den Krankenhäusern den globalen Direktbezug von Medizinprodukten schmackhaft zu machen, vor allem in Asien. In erster Linie geht es um den Bezug von Verbandmaterialien, Textilien und Chirurgiebedarf. Durch günstigere Lieferanten im Ausland könnten die Krankenhäuser dem Kostendruck begegnen.

Zum Thema führte Inverto auch die Studie „Gobal Sourcing im Gesundheitssektor“ durch, an der Einkaufsverantwortliche und Geschäftsführer von 31 Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen teilnahmen. Nach Inverto verdeutlicht die Studie, dass bei 70 Prozent der Teilnehmer lediglich 10 Prozent des Gesamteinkaufsvolumens auf den internationalen Einkauf entfallen. Hiervon würden nur 31 Prozent aller Sachmittel aus günstigen Regionen wie Asien bezogen. 23 Prozent der Befragten wüssten nicht einmal, ob sie überhaupt international einkaufen.

Als größtes Hindernis bei der Umsetzung von Global-Sourcing-Strategien sähen 72 Prozent der Umfrageteilnehmer vor allem die Logistik sowie Zölle und Lieferzeiten. Weitere Hindernisse seien mangelnde interne Ressourcen (10 %) und fehlendes Know-how (8 %). Auch fehlende interne Akzeptanz (60 %) und sprachliche Barrieren (52 %) verhinderten den weltweiten Einkauf. Ein weiterer Grund, warum häufig nur bei deutschen Lieferanten eingekauft wird, sei die Angst vor schlechter Qualität. 68 Prozent der Befragten gingen davon aus, dass bei der Umstellung des Einkaufs auf Niedriglohnländer mit einer minderwertigen Qualität der Produkte zu rechnen sei. (Anm. d. Red.: Inverto ist offensichtlich mit den speziellen Anforderungen für Medizinprodukte nicht vertraut. Überhaupt nicht zur Sprache kommen die speziellen rechtlichen Rahmenbedingungen durch das Medizinproduktegesetz, wie z. B. die Erstinverkehrbringung bei Bezug und Einfuhr von außerhalb der Europäischen Union.)

Aber nicht nur die einzelnen Häuser scheuten vor dem internationalen Einkauf zurück. Auch bei Einkaufsgemeinschaften die einen großen Teil des strategischen Einkaufs für Krankenhäuser übernehmen, bestünden Vorbehalte gegenüber dem Einkauf in Billiglohnländern. Trotz der niedrigen eigenen Aktivitäten würden 88 Prozent der Umfrageteilnehmer das Potenzial für Kosteneinsparungen durch Billigeinkauf in Billiglohnländern sehen. Die Hälfte der Teilnehmer vermutete ein Einsparpotenzial von deutlich über 10 Prozent, 27 Prozent der Befragten rechneten gar mit einem Potenzial von über 20 Prozent.

 

Erschienen in der MTDialog, Ausgabe 5/2017, Seite 69
https://www.mtd.de

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