WISU: Bei den Einkaufsprofis
Im Einkauf kann man viele Fehler machen. Das kann viel Geld kosten. Deshalb zahlt es sich aus, einen Einkaufsprofi an der Seite zu haben. Wie Stefan Oprée, der seit zwei Jahren bei der Unternehmensberatung INVERTO in Köln arbeitet.
Wie kommt es, dass Sie als studierter Volkswirt heute Unternehmen bei ihren Einkäufen beraten?
Oprée: Als Volkswirt fasziniert mich das Zusammenspiel von Märkten und Marktakteuren. Doch ich fand auch schon früh Interesse an betriebswirtschaftlichen Fragen, denen ich durch meinen Studienschwerpunkt Internationales Management und bei meinen Studienaufenthalten in Johannesburg und Moskau nachging. Wenn ich heute bei INVERTO den Einkauf unserer Kunden optimiere, muss ich auch immer die übergeordneten Marktzusammenhänge im Auge behalten.
Als Experte für Einkäufe und Einkaufsstrategien arbeiten Sie an einer sehr lebendigen und sicher oft auch aufregenden Schnittstelle der Wirtschaft.
Oprée: Das macht die Sache in meinen Augen ja auch so interessant. Zumal man laufend mit neuen Aufgaben konfrontiert wird. Unsere Kunden finden Sie in allen Branchen — vom Handelskonzern über Phar-maunternehmen und Krankenhäuser bis zu Maschinenbaufirmen und zur Stahlindustrie. Überall geht es darum, gute Qualität zu möglichst günstigen Preisen einzukaufen. Sei es zum Eigenverbrauch, für die Produktion oder zum Weiterverkauf wie etwa bei Versand- und Warenhäusern.
Verfügen viele Firmen nicht über eigene erfahrene Einkaufsabteilungen?
Oprée: In der Regel schon, was jedoch nicht bedeutet, dass der Einkauf immer ideal gestaltet ist. Oft fehlt es an Transparenz, dann kann es geschehen, dass Einkäufe ohne Wissen der Einkaufsabteilung erfolgen. Wir optimieren die Prozesse, standardisieren Produkte und organisieren Ausschreibungen. Durch unsere Auslandsbüros, etwa in China und Indien, können wir auch Sourcing-Strategien in Asien umsetzen.
Wie stellen Sie sicher, dass Ihre Kunden später mit der gelieferten Ware und der Termintreue zufrieden sind?
Oprée: Zum einen verfügen wir über Erfahrungen mit vielen Lieferanten, zum anderen führen wir Lie-feranten-Audits und -Tests durch. Wir besuchen die Produktionsstätten, überprüfen, wie dort gearbeitet wird — in einigen Ländern übrigens auch, ob die Schutzvorschriften für die Arbeiter eingehalten werden — und vieles mehr.
Eine Arbeit, die sicher einiges an Verhandlungsgeschick erfordert.
Oprée: Besonders viel sogar. Am Anfang steht jedoch immer die Analyse: Was will der Kunde, wie kann man ihm am besten helfen, wo lässt sich das beschaffen? Die Verhandlungen mit den Lieferanten in allen Teilen der Welt erfordern nicht nur sehr gutes Englisch, sondern auch sicheres Auftreten, große Sorgfalt und wie gesagt Verhandlungsgeschick. Doch damit ist es noch nicht getan. Oft kümmern wir uns auch um die Logistik und die Termin- und Qualitätsüberwachung.
Ist dazu manchmal nicht auch ein gewisses technisches und sonstiges fachliches Verständnis erforderlich?
Oprée: Oft sogar. Deshalb arbeiten bei uns auch Wirtschaftsingenieure, Informatiker, Mathematiker, Juristen und andere Experten, die einem stets mit Rat und Tat zur Seite stehen.
Stefan Oprée, INVERTO AG







