junior//consultant: Die richtige Wahl

Gegen Ende meines Wirtschaftswissen­schaftsstudiums an der Ruhr-Uni Bochum stellte sich mir die Frage nach dem richti­gen Einstieg ins Berufsleben. Ich musste mich fra­gen, was mir wichtiger ist: Sicherheit in der „Linie" eines Konzerns oder der Schritt ins Unge­wisse bei einer auf Einkauf und Logistik speziali­sierten Unternehmensberatung, die es mir ermög­lichen sollte schneller Eigenverantwortung zu übernehmen und mehrere Unternehmen in kurzer Zeit kennenzulernen.

Der erste Kontakt zur INVERTO brachte schnell Klarheit: Beratungsansatz, Perspektive und der Eindruck von den Mitarbeitern passte einfach. Zwei Wochen und zwei Interviews später habe ich den Arbeitsvertrag unterschrieben. Die Entscheidung war besiegelt, aber wie würde mein Berufsstart aussehen. Ich hatte noch eine Woche Zeit mir Gedanken zu machen, wie die Ein­arbeitungsphase im Headquarter wohl sein wür­de. Ob mein universitäres Wissen ausreicht, ob meine (Soft-)skills den Anforderungen entspre­chen? Es kam anders. 

Die chemische Industrie
Mein erster Arbeitstag begann früh und nicht in Köln, sondern bei einem internationalen Unter­nehmen aus der Chemiebranche in Niedersachsen. Der Kick-Off, also die Einführungsveranstaltung beim Kunden, um das Projekt vorzustellen, dauer­te einen ganzen Tag und bestand zum weitaus größten Teil aus Interviews mit Bereichsverant­wortlichen, um einen Überblick über die Bedarfs­struktur und die Art der Beschaffungsprozesse zu gewinnen.

Die anschließende Potenzialanalysephase, die das gesamte Einkaufsvolumen der 5 nationalen Stan­dorte umfasste, dauerte 3 Wochen. Das Ergebnis veranlasste den Klienten das Projekt auf die Stan­dorte in den USA zu erweitern. In meiner 5. Woche bei der INVERTO AG flog ich mit einem erfahrenen Kollegen nach Boston. Dort wurde analog zu Deutschland auf Basis der SAP Daten eine Analy­se gefahren, bei der wir die Bedarfe in dieselben Warengruppenlogik überführten und unsere Erkenntnisse aus Deutschland übertragen konn­ten. 

Ausschreibung und Verhandlung
Die entscheidende Phase begann. Die Bedarfe der einzelnen Warengruppen wurden ausgeschrieben. Hierbei müssen die Bedarfe genauestens spezifi­ziert und potenziell geeignete Lieferanten identi­fiziert werden.

Gründe für nicht optimale Kostenstrukturen sind unter anderem fehlende Bündelungen über Stan­dorte, zu wenig Wettbewerb, fehlende Systemlie­feranten und überdimensionierte Anforderungen an bestimmte Bedarfe, die sich in Unternehmen über die Zeit zum Standard entwickelt haben. Dazu kommen aufgrund fehlenden Know-hows suboptimale Ausschreibungen, die es neuen Lie­feranten erschweren eine Chance zu erhalten. In meinen ersten beiden Warengruppen (Arbeits­schutzartikel und Büromaterial) standen nach Aus­wertung aller Angebote signifikante Einsparungen im Raum, die in den Verhandlungen bestätigt wur­den und durch die richtige Verhandlungsstrategie sogar noch verbessert werden konnten. Zusätzlich zu diesen ersten Erfolgen in meiner noch jungen Laufbahn erfüllte sich mein Wunsch nach schnel­ler Übernahme von Verantwortung; ich durfte die Ergebnisse der Ausschreibung und die damit ver­bundenen Umstellungen von Arbeitsschutzartikeln dem Betriebsrat in einer Sondersitzung präsentie­ren. 

Die Umsetzung
Es gilt zwei Dinge zu beachten. Erstens: Das Ergeb­nis muss eine Teamentscheidung aus Vertretern des Einkaufs, der Fachabteilungen und der INVER­TO AG sein, damit die Resultate nachhaltig von allen Beteiligten als positiver Beitrag gesehen wer­den. Zweitens: Die Umsetzung muss durch das Beratungsunternehmen begleitet werden, damit bei eventuellen Schwierigkeiten in der Implemen­tierungsphase ad hoc reagiert werden kann. Andernfalls „verpuffen" Maßnahmen und werden durch die von den Umstellungen betroffenen Per­sonenkreisen nicht als Verbesserung wahrgenommen. 

Fazit
Meine Entscheidung in einer Beratung anzufan­gen war absolut richtig, da mir schnell bewusst geworden ist, dass ein rein strategischer Ansatz in der Beschaffung nicht automatisch zum Erfolg führt. Auf die Umsetzung kommt es an und das macht die Sache so spannend: Ich bin bei der INVERTO AG in ganzer Linie verantwortlich, von der Datenanalyse bis zur erfolgreichen Umset­zung. Meine Erwartung von Eigenverantwortung und steiler Lernkurve haben sich erfüllt und das nächste Projekt, diesmal in der Pharmabranche schließt sich nahtlos an. 

Stefan Nölting ist Berater bei der INVERTO AG, einer interna­tional tätigen Unternehmensbera­tung, die sich konsequent auf Einkauf spezialisiert hat. Für junior//consultant beschreibt er seinen Berufseinstieg und die täglichen Herausforderungen.

junior//consultant
Verlag: Evoluzione Media AG, München
Herausgeber: Caspar Brandi
www.academicworld.net

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